Yalun Zhang Scaled

Von Nischni Nowgorod über das steirische Graz bis nach Karlsruhe und ans Theater in Görlitz: Der Weg des chinesischen Tenors Yalun Zhang liest sich wie eine musikalische Reise. 

Bereits während seiner Studienzeit in Graz hinterließ er als Gastsolist an der dortigen Oper bleibenden Eindruck. Ob in anspruchsvollen Verdi-Klassikern wie La Traviata und Don Carlo oder in Nino Rotas spritzig-eleganter Komödie „Il cappello di paglia di Firenze“ – Zhang bewies früh ein reifes Gespür für das Gleichgewicht zwischen vokaler Strahlkraft und darstellerischer Finesse.

Sein Repertoire zeugt von großem Interesse an unterschiedlichen Epochen und Genres. Es reicht von Mozarts Don Ottavio („Don Giovanni“) und dem klassischen Tamino („Die Zauberflöte“) über Händels Jonathan („Saul“) bis hin zu den skurrilen Welten von Janáčeks „Die Ausflüge des Herrn Brouček“. Klassische Moderne etwa die Titelpartie von Benjamin Brittens „Albert Herring“ oder der Charme der französischen Operette („Ta Bouche“) liegen Yalun Zhangs warmer, aussagekräftiger Tenorstimme ebenso wie auch im Wagner-Fach die Partie des Steuermanns in „Der fliegende Holländer“.

Seit der Spielzeit 2023/24 hat Yalun Zhang seine künstlerische Heimat im Ensemble des Gerhart-Hauptmann-Theaters Görlitz-Zittau. Die Spielzeit 2026/27 verspricht dabei ein faszinierendes Panorama seines Könnens: als Andres in Bergs „Wozzeck“, als Remendado in Bizets „Carmen“, als Ismaele in Verdis „Nabucco“. Ein Höhepunkt der Saison wird für Yalun Zhang – mit französischer Leichtigkeit, musikalischer Raffinesse und intellektuellem Witz - die Titelfigur in Offenbachs „Orpheus in der Unterwelt“ sein.